Die Welt ist reif für einen schwarzen Papst.
Aber ist es die Kirche auch?
Und vor allem: Sind es die Kandidaten?

 

 

Kardinal Francis Arinze Foto: Ettore Ferrari/dpa
Kardinal Francis Arinze

Gern ist von einer Sensation die Rede, fiele die Wahl auf einen der Afrikaner. Die Hoffnung soll groß sein – in Afrika. Genannt werden vor allem diese beiden Kandidaten in Verbindung mit einer Liste voller Verdienste.

Doch Kardinal  Francis Arinzeaus Nigeria ist 80 Jahre alt - und als Präfekt der Gottesdienstkongregation schon 2008 „aus Altersgründen“ zurückgetreten. Außerdem gilt er als konservativ.

 

 Kardinal Peter Turkson/ Foto:dpa/Frank Rumpenhorst
Kardinal Peter Turkson

Kardinal Peter Kodwo Turkson aus Ghana ist zwar erst 64 Jahre alt, gilt jedoch nicht unbedingt als fortschrittlich - und auch nicht als großer Freund von Emanzipationsbestrebungen.

Ich möchte hier nicht mit der Missionierung durch die Kolonialisten anfangen – Missionierungen,  die mein Opa in Nigeria noch selbst erlebte. Aber ich möchte schon mal drüber nachdenken, was passieren könnte, wenn ein schwarzer Papst übernimmt…

 

  • Ändert sich dann die zurückhaltende Aufklärung bei den Missbrauchsskandalen?
  • Können Pfarrer den geschiedenen Wiederverheirateten bald die Sakramente reichen?
  • Wird weiterhin so sanft mit der reaktionären Pius-Bruderschaft umgegangen?
  • Kommt der ökumenische Dialog endlich in Fahrt?
  • Wird es eine aufgeklärtere Haltung zu Aids geben?
  • Oder zu homosexuellen Beziehungen?

Genau die zu erwartenden Antworten machen mir Angst.
Ich möchte mir einfach nicht vorstellen, ein schwarzer Papst hätte dies zu verantworten.
Bisher war es nämlich sehr bequem, dass es kein schwarzer Papst war, der für solche Denke stand...

Die Sensation wäre für mich also  nicht, ob ein Farbiger Papst wird.
Die Sensation wäre, ob ein Reformer Papst wird.
Hautfarbe egal.