Joachim Gauck ist die Antwort auf die Fragen der vergangenen Woche.
Fast will man Gauck dazu  gratulieren, dass er als Bundespräsident kandidiert.

Doch jedes Hochgefühl gibt sich wieder. Diese Kandidatur liegt indes irgendwo zwischen charismatisch und asthmatisch. ...

Gerade im Netz und über Twitter zeigt sich, dass Gauck offenbar doch nicht so ein Konsens-Kandidat ist, wie es zunächst schien. Woran liegt das? Meckert Deutschland einfach gern? Sind die Menschen hierzulande zu misstrauisch - oder zu hämisch? Jedenfalls wollen sie viel wissen. Hier einige Herausforderungen, die schon jetzt auf den Kandidaten warten:

Gauck muss erklären, was an Thilo Sarrazins Äußerungen mutig war.
Gauck muss erklären, was die Occupy-Proteste mit Hysterie und Romantik zu tun haben.
Gauck muss erklären, warum er die Überwachung der Linken befürwortet.
Gauck muss erklären, wie er in der DDR genau gelebt hat.
Gauck muss erklären, warum Hartz-IV-Empfänger keine „Montagsdemonstrationen“ machen sollten.
Gauck muss seine Haltung zur Vorratsdatenspeicherung noch einmal darlegen.
Gauck muss sich zu sozialen Themen und dem asozialen Finanzmarkt verhalten.
Gauck muss zur inneren Einheit Deutschlands und der Integration der Muslime beitragen.
Gauck, der Vergangenheitsbewältiger, muss sich nun auch der Gegenwart und der Zukunft widmen.

Angela Merkel rief, Joachim Gauck kam: Pressekonferenz am 19.2.2012.

Und:
Gauck muss weniger selbstgefällig wirken!
Gauck muss sich scheiden lassen!
Gauck muss heiraten!

Gauck muss, Gauck muss, Gauck muss - sich irgendwie selber gaucken.

Aber eines musste er nicht: Aus dem Taxi gleich ins Bundeskanzleramt springen – ohne sich Bedenkzeit geben zu lassen.