Der Siegerentwurf für das Humboldt-Forum (quasi der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses) wurde gekürt. In zwei Jahren soll es den ersten Spatenstich geben. In sechs Jahren soll es dann fertig gestellt sein. Es soll so vieles. Aber wird es?

Sicher ist nur, dass heute das letzte Treppenhaus des ehemaligen Palastes der Republik eingeebnet wird – ähnlich wie die DDR-Regierung 1950 das Berliner Stadtschloss sprengte. Die sachlich bis emotional geführten Debatten darüber sind längst verklungen. Und nun? 

Offenbar fanden die Berliner, die anschließende Schloss-Humboldt-Debatte nicht so prickelnd, jedenfalls haben sich weniger daran beteiligt, u.a.
– weil sie eben nicht denken, dass eine unbedingte Rekonstruktion die einzige und beste Alternative für Berlins Mitte ist
– weil sie noch heute nach einer Legitimation suchen, die den Abriss des Palastes der Republik rechtfertigt
– weil sie davon ausgehen, dass ein Bundestagsbeschluss (zum Schloss-Wiederaufbau) in der nächsten Legislaturperiode schon wieder gekippt werden kann
– weil sie überhaupt nicht an die kalkulierte Finanzierung glauben
– weil sie daran zweifeln, dass 80 Millionen Euro Spendengelder zusammenkommen (erst 17 Millionen sollen in den letzten Jahren gesammelt worden sein)

Was, wenn die Zweifler Recht behalten? Wenn die Spendengelder wirklich nicht zusammenkommen? Wenn die veranschlagten Bundesmittel von 472 Millionen Euro nicht ausreichen?

Berlin konnte es nicht bei der Topografie des Terrors und Hamburg nicht bei der Elbphilharmonie – und der Bund beim Schloss? Kann er verhindern, dass die Kosten explodieren?

Zwar ging 2005 aus einer geheimen „Machbarkeitsstudie“ des Bauministeriums hervor, dass die Kosten auf mehr als 1,2 Milliarden Euro steigen könnten. Aber Bundesbauminister Wolfgang Tiefensee (SPD) sagt nun, mit einem „intelligenten Kostenmanagement“ könnte der Rahmen von insgesamt 552 Millionen Euro eingehalten werden. Naja, wer kalkuliert schon freiwillig mit einer dilletantischen Planung?

Vielleicht ist indes ja etwas Intelligentes passiert? Und es wird uns nur verheimlicht? Momentan klingt zumindest alles nach Hoffnung, nichts nach Gewissheit.

Nicht alle Berliner wollen das Stadtschloss. Es ist nicht einmal klar, ob es dafür unter den Berlinern eine Mehrheit gibt.
Aber es gibt eben auch die Meinung, dass es ohnehin egal sei, was die Berliner meinen: Denn das Stadtschloss/Humboldt-Forum sei ohnehin längst keine Berliner Angelegenheit mehr.
Schließlich soll es weit über die Hauptstadt hinaus strahlen, da kann der Berliner Provinzmief nicht einfach gegen anstinken.

Richtig, dieser Schlossneubau hat tatsächlich nichts mit Berliner Identität zu tun!
Wenn dort die außereuropäischen Sammlungen des Ethnologischen Museums und des Museums für asiatische Kunst 60 Prozent (!) der Gesamtfläche einnehmen – kann auch keine Landes- und Zentralbibliothek, keine wissenschaftsgeschichtliche Sammlung der Humboldt-Universität, kein Veranstaltungsbereich Agora die ureigene preußische Geschichte oder gar die jüngere Geschichte veranschaulichen.

Dann ist das Berliner Stadtschloss sogar nicht einmal intelligent als Humboldt-Forum getarnt worden.

Aber was ist der Wiederaufbau dann eigentlich?
Welcher Logik folgt er?
Und wer kann das den letzten interessierten Berlinern plausibel beantworten?

 

Verfasst am 28.11.08, 15:27 Uhr
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Kommentare

Auf die drei gestellten Fragen gibt es leider nur eine Antwort... ...keine.

Verfasst von: Maxwell | 28.11.08, 18:36 Uhr

 

Der Siegerentwurf gefällt mir sehr gut.
Ich hoffe, das Gebäude wird in dieser Art gebaut.

Verfasst von: Gerhard Peikert | 28.11.08, 19:01 Uhr

 

Der Kinderbauernhof 'Pinke-Panke' in Pankow steht vor dem Aus!
Für so einen Schwachsinn, wie ein aus der Vergangenheit wieder zu belebendes Feudalhaus, haben die Stadteltern Geld, aber für ihre Kinder nicht.

http://www.kinderbauernhof-pinke-panke.de/

Bitte tut das nicht!!!
"50 Einrichtungen vor dem Aus
Pankow spart seine Zukunft kaputt!
Freie Kinder- und Jugendprojekte im Pleite-Bezirk sind auf der Streichliste
Aus: Berlin Kurier, Autor: Sascha Langenbach: Pankow - Mit einem beispiellosen Rundumschlag setzt Pankow die Zukunft von 50 Kinder- und Jugendprojekten aufs Spiel: 2,6 Millionen Euro hofft der Pleite-Bezirk auf diese Weise zu sparen. ...
„Wir sind 365 Tage im Jahr offen, für Kinder und Jugendliche immer ansprechbar“, sagt Projektleiterin Annett Rose. Ohne die etwa 100 000 Euro Zuschuss müsste der Hof im Januar zumachen. Ein Fiasko für Pankows Jugendarbeit. „Wir haben Kooperationen mit 30 Schulen, mit Kitas“, so Rose. 200 Kinder tummeln sich im Sommer auf dem Gelände. Und 100 straffällig gewordene Jugendliche arbeiten pro Jahr ihre Sozial-Stunden ab..."

Den Bauernhof kenne ich gute 12 Jahre lang, nämlich seit dem ich das erste Mal schwanger war. Meine drei Kinder gehen gerne dort hin. Immer ist einer vom Personal für die Kinder da, wenn es nötig ist. Mir kommen die Tränen für so viel Herzlosigkeit, bitte lassen Sie das nicht zu! Es muss doch zu schaffen sein, das Geld für ein langjähriges Projekt zu schultern, wenn Banken Milliardenhilfen erhalten.

Liebe Unterstützerinnen dieses Forums ... Lassen sie dieses einzigartige Projekt nicht schließen!!!

Freundlichst

Verfasst von: Strübchen | 28.11.08, 20:17 Uhr

 

Nachdem der Palast der Republik nun abgerissen ist, ist ein sehr schöner freier Platz entstanden. Man könnte einfach Gras über alles wachsen lassen und den Park vom Marx Engels Forum her erweitern. Niemand braucht dieses neue Schloss in Berlin.
Gibt es keine bessere Verwendung für eine halbe Milliarde € als diesen Unsinn dahin zu bauen? Das ist so, als ob ich mir privat einen Kredit von 10.000 € nehme, um mir einen goldenen Gartenzwerg in die Wohnung zu Stellen obwohl ich 0 auf dem Konto habe.
Ich hoffe der Kapitalismus erledigt das Problem von alleine. Denn an den glauben wir doch alle, oder ??

Verfasst von: ichbinaucheinberliner | 28.11.08, 20:42 Uhr

 

STATTPALAST:

Was könnte Berlin Besseres passieren, als dieses "Schloß" verwirklicht zu bekommen? Es ist Chance und Traumerfüllung zugleich.

Niemand wollte, will und würde in Zukunft den Anblick des "Palastes" ertragen wollen.
Der Name allein gibt Anlass genug, sich darüber zu wundern, wie größenwahnsinng der einstige Besetzer dieses selbsternannten Palastes war.
Dem nachzutrauern, wäre mehr als dumm. Auch benötigt Niemand eine Gedenkstätte an dieser Stelle. Alles, was dazu beiträgt, diese leidsame Zeitepoche vergessen zu machen, ist besser als jeder Wehmutsgedanke an Politik und schlechte "DDR" Baudenkmäler, die am liebsten jeder halbwegs intelligente Berliner aus der Stadt streichen würde.

Freuen wir uns auf das Humbold Forum an der Stelle, wo früher das Stadtschloss stand.
Der italienische Vorschlag beinhaltet ein Höchstmaß an Pefektion, präziese abgestimmt mit dem Gesamtkonzept der Museumsinsel.
Der Stadt wird es nachhaltig großen Nutzen bringen. Allein der Touristen wegen, die auf Ihre Weise zur Finanzierung des Forums beitragen, indem sie sich ein Gebäude anschauen, das nicht nur sehenswert ist, sondern einen Platz einnimmt, den es niemals hätte verlieren dürfen.
Allein der alten Architektur wegen besuchen 80% aller Touristen Berlin.
Nicht, um Gedanken zu pflegen, die von Missgunst und Klattschblatt- Thesen getrieben sind.
Was Diese bringen, zeigt das Ergebnis - Nichts. Der hässlichste Bau Berlins ist schon jetzt vergessen, das H.F. kommt.
Da nützt auch kein Palaststeinchensammeln etwas, um sich asbestverseuchte Erinnerungsstücke ins Regal zu stellen.
Die Großzahl der Berliner, wie auch der Berlin Besucher, stehen, ungeachtet versuchter negativer Berichterstattung einiger Berliner Klatschblätter, einer aktuellen Umfrage zufolge im Übrigen sehr positiv dem H.F. gegenüber. 78 % stimmen einem Bau bei gesicherter Finanzierung zu. Immerhin noch 69%, selbst bei nicht sicherer Finanzierung.

Schauen wir in die Zukunft, vergessen wir das, was nicht erinnerungswürdig ist und freuen uns auf ein Schloss, dass ganz bestimmt finanziert werden wird, so oder so.
Vorschläge, für weitere ersetzbare Denkmäler der geschmacklosen DDR Architektur können gerne eingereicht werden... unsere Stadt soll schön(er) werden.

Verfasst von: Raus aus dem Palast, rein ins Schloss | 29.11.08, 08:09 Uhr

 

Legitimation für den Abriss des Palastes der Republik suchen? Das kann ja nur ein Witz sein! Hier sitzen die Ewiggestrigen, die meinen, an einem solchen abscheulichen Gebäude festhalten zu müssen!! Es ist die visuelle Beseitigung eines Unrechtsregimes. Gott sei dank! Der Wiederaufbau des Berliner Stadtschlosses ist eine große Chance für Berlin, ähnlich wie die Frauenkirche in Dresden, oder der Ostblock des Frankfurter Römer. Hier waren auch die desillusionierten Kritiker am Werk, die die Vorhaben verhindern wollten, und mit ätzenden Argumenten versuchten, die Projekte zu vereiteln! Nun leuchten die Städte an diesen Stellen. Wir sollten uns auch der kulturellen Verantwortung mal bewusst werden! Von daher gratuliere ich Berlin, dass das Projekt Stadtschloss jetzt endlich realisiert wird und die letzten sichtbaren Zeichen einer menschenverachtenden Diktatur verschwinden!

Verfasst von: Helgert Florian | 29.11.08, 09:43 Uhr

 

...na, Helgert Florian,
haben Sie mal darüber nachgedacht, dass man sich auch als Nicht-"Ewiggestriger" für den Erhalt des Palastes hat aussprechen können?
Gerade weil er als Mahnmal und Ort der Information mitten in der Hauptstadt wertvoll gewesen wäre.
Wie gut die Vergangenheitsbewältigung heute funktioniert merkt man spätestens, wenn nach '89 Geborene ihre "Meinungen" zur DDR kundtun.
Dass Sie ausgerechnet das Stadtschloss als Zeichen für die Demokratie anführen ist doch wohl hoffentlich ironisch gemeint, oder?

Verfasst von: Maxwell | 29.11.08, 10:03 Uhr

 

@Maxwell:

wäre es nicht ausreichend, gen Osten zu fahren, um ein Mahnmal nach dem Anderen in Form von Plattenbauten zu sichten?
Bitte nicht noch mehr dieser Bauten erhalten !
Mahnen kann man auf andere Weise, nicht aber durch Erhalt und Pflege peinlicher Statussymbole einer noch peinlicheren Zeitepoche.

Verfasst von: Anke Behrmann | 29.11.08, 10:28 Uhr

 

Ach liebe Frau Behrmann,
wenn Sie die Plattenbauten des Osten für Mahnmale (woran auch immer sie gemahnen sollen) halten, woran sollen dann die maroden Plattenbauten z. B. des Märkischen Viertels gemahnen? Kapitalismuskritik?

Verfasst von: Olaf Teßmann | 29.11.08, 10:56 Uhr

 

Wie sich die Argumente gleichen: Kurz nach der Wende schimpfte ein Potsdamer, es würden die Schlösser in Sanssouci restauriert, doch in den Sozialwohnungen seien die Toiletten kaputt.Die gleiche heilge Einfalt beim Schloß versus Kindergärten. Als ob die Touristenströme wegen der Toiletten oder Kindergärten nach Potsdam oder Berlin kämen. Sie wollen die schöne Stadtarchitektur sehen. Und das Schloß wird der Besuchermagnet Nr. 1 im historischen Zentrum. Wer heute die Linden vom Brandenburger Tor entlangt läuft endet im Nichts. Ab 2015 wird er vor einem großartigen Gebäude stehen, das der Stadt wieder das Herz zurückgegeben hat.
Die Scharen von Touristen bringen Geld, und dann ist es auch da für Toiletten und Kindergärten.

Verfasst von: Ernst Ludwig | 29.11.08, 11:17 Uhr

 

Ein armseliger Entwurf, eine armselige Entscheidung: "Volle Kraft voraus in die Vergangenheit!" Der Siegerentwurf kuschelt derart obszön mit dem Orginal, daß ich das "italienische Büro" bitten möchte 99.999 euro für soziale Zwecke zu spenden, um diese Schande wenigstens halbwegs wieder gut zu machen. Außerdem sollte der Entwurf in feinstem italienischen Beton ausgeführt werden. Architektonisch gesehen, wäre es weitaus besser gewesen den impertinent protzigen Dom nieder zu reißen, als den Palast der Republik. Außerdem: "Was würde Humboldt sagen?"

Verfasst von: johansen frien | 29.11.08, 11:36 Uhr

 

...Lieb Frau Behrmann, mit Ihrem Kommentar/Ihrer Sichtweise unterstreichen Sie mein Anliegen auf eindrucksvolle Art und Weise. Vielen Dank!

Verfasst von: Maxwell | 29.11.08, 11:58 Uhr

 

bedauerlich,dass es nur bei einer rekonstruktion bleiben soll. wenigstens ein trost, dass der architekt des prämierten entwurfs ebenfalls, wie der grosse palladio, aus vicenza kommt.

nun noch einen andere entschluss für die nutzung fassen: statt der pazifikboote, die gemäldegalerie dort einbringen, ausserdem statt humboldforum: humbold-uni. hauptgbäude, ohnehin renovierungsbedarf.
unter den linden: das museum für aussereuropäische kulturen, für alle viele reiche mäzene finden, auch für die anderen schulen.
doch stellt man hier die sozialen probleme der stadt zur debatte, dann bitte vergesst das ganze.
eine fressende schafsherde auf einer wiese dort, ist sicher auch eine touristenattraktion, aber bio-milch geben diese schafe auch nicht.
f. kirchmeier

Verfasst von: f. kirchmeier | 29.11.08, 12:51 Uhr

 

Herzlichen Glückwunsch allen Berlinern! Alleine hätten sie es nie geschafft, erst ein Österreicher setzte im ersten Ausschuss das "Humboldforum" durch und nun ein Italiener diese wunderbare bauliche Ausführung. Dass die Maffia der "modernen" deutschen Architekten das nicht gut findet, ist klar. Schlüter und Schinkel machen das Bild dieser Subventionsschneider und Großmäuler zu dem was sie international sind: Deutsche Gartenzwerge! Der Vergleich zwischen der alten Mitte und dem geplanten neuen Zentrum Alexanderplatz wird es drastisch beweisen. Noch eine Bemerkung zur lächerlichen Politisierung der unendlichen Debatte: In Wien hat kein Sozialist oder Kommunist gegen den Wiederaufbau von Stadtschloss, Hofburg und Stefansdom protestiert; dieses Verhalten findet man eben nur unter den kultur- und geschichtslosen Altfunktionären einer Diktatur.

Verfasst von: Friedrich aus Österreich | 29.11.08, 15:52 Uhr

 

Jetzt, wo es das Schloss nicht mehr gibt, wiel die Monarchie passé ist und es den Palast der Republik nicht mehr gibt, weil die DDR passé ist, hätte ich mir eigentlich etwas Neues, das zu unserem heutigen Staatswesen passt, gewünscht, ein Stück weltoffene, internationale, moderne Archtiktur, das zu dem geplanten Inhalt, den ethnologischen Sammlungen, besser passt als die alte Schlossfassade.

Verfasst von: Jürgen Corsepius | 29.11.08, 17:05 Uhr

 

Soweit ich mich erinnern kann,sind vom Staat finanzierte Gebäude,immer fast doppelt so teuer geworden, wie veranschlagt! Etwas kommt immer dazwischen!!!

Verfasst von: Gerd Tiedtke | 30.11.08, 06:02 Uhr

 

Vollständig privat finanziert mag das ja ok sein, aber hier wirft der Bund Geld, das IHM NICHT gehört zum Fenster raus.
Der Bund hat gar kein Geld, weil er so verschuldet ist, unser Geld wird hier für Protz, der nicht benötigt verbrannt.
Genauso bei den Landesbanken, und den Betrieben, die die Hilfe vom Staat jetzt einfordern; Mittelständler gehen pleite oder werden übernommen, Opel bekommt Milliarden in den Rachen geworfen, obwohl es Übernahmeangebote gegeben hat.
Die sind doch alle größenwahnsinnig.
Aber in Deutschland muß noch viel passieren, bis jemand auf die Straße geht.

 

Verfasst von: Sebastian Boess | 30.11.08, 14:39 Uhr

 

Leider können viele (teilungsgeschädigte?) Leute hier nicht differenzieren zwischen a) PdR-Abriss b) einem Neubau und c) diesem gewählten Neubau. Schade. Wenn es immer wieder darum geht, das "der SCHLOSSneubau sein muss", WEIL "der PALASTabriss sein musste", lässt sich einfach keine sinnvolle Diskussion über die Art und Weise eines Neubaus führen. Langsam bekomme ich den Eindruck, die Palastgegner sind dem Palast stärker emotional (natürlich in negativer Weise) verpflichtet, als die, die den Palast erhalten wollten. Ich wäre auch für einen Erhalt/Umbau/Erweiterung gewesen...aus PRAKTISCHEN Gründen wie die meisten jüngeren Menschen, die mit dieser Kalter-Krieg-Mentalität nichts mehr zutun haben wollen, sondern die Stadtentwicklung zukunftsorientiert gestalten wollen.
Vielen Dank für den Hinweis auf den Kinderbauernhof "Pinke-Panke" und die Zwangverwaltung, die Pankow im nächsten Jahr erwartet. Der Bezirk gewann gerade sehr viel "familiäres Renommee" mit Platz, wachsender Schul- und außerschulischer Infrastruktur...aber das wird dann wohl demnächst alles wieder kaputt gemacht.
Es gibt ja Wichtigeres, ein pseudo-historisches Stadtschloss zum Beispiel, das mit seinem Charme eines großen Steinklotzes alle Touristen begeistern wird...(sofern sie nicht schon mal in Charlottenburg, Schwerin, Dresden usw. waren und noch nie ein Schloß gesehen haben).

Verfasst von: newa | 30.11.08, 15:50 Uhr

 

Es gibt die privat finanzierteAlternative.
www.schloss-pur.de

Verfasst von: Waldmann | 01.12.08, 08:33 Uhr

 

50 Projekte für Kinder und Jugendliche sollen in Pankow geschlossen werden, dafür erhalten wir ein Stadtschloss aus der Vergangenheit. Der Kinderbauernhof: http://www.kinderbauernhof-pinke-panke.de/
soll schließen. Noch wissen die Bauernhofbesucherinnen nicht, dass der Kinderbauernhof Pinke-Panke am Pankower Bürgerpark geschlossen werden soll. Die Leiterin Annett Rose bittet um Unterstützung, damit der Bauernhof weiterhin fast täglich offen und die Zusammenarbeit mit den Schulen und für die Wiedereingliederung Jugendlicher zur Verfügung steht. Es sind gerade mal 100.000,-- EUR p. a., die als Zuschuss bewilligt werden müssten. Den Bauernhof kenne ich gute 12 Jahre lang, nämlich seit dem ich das erste Mal schwanger war. Meine drei Kinder gehen gerne dort hin. Immer ist einer vom Personal für die Kinder da, wenn es nötig ist. Mir kommen die Tränen für so viel Herzlosigkeit, bitte lassen Sie das nicht zu! Es muss doch zu schaffen sein, das Geld für ein langjähriges Projekt zu schultern, wenn für ein Projekt, wie das Stadtschloss Millionen zur Verfügung stehen. Liebe Unterstützerinnen dieses Forums zeigen Sie sich milde. Lassen sie dieses einzigartige Projekt nicht schließen!!!
Freundlichst

Verfasst von: Strübchen | 01.12.08, 11:08 Uhr

 

Toll, gebaute Erinnerung an eine tote Epoche. Berlin pleite, aber heyheyhey: mit Stadtschloss. Pardon Humboldtforum, denn wer wagt es schon, sich nahcträglich mit so einem grossen Geist anzulegen.

Und dazwischen irgendwelche architektonisch politisierten Betonköpfe, die glauben, dass mit/ohne ein altes Regime aus der Geschichte getilgt/in ihr zementiert wird.

Verfasst von: anonym | 01.12.08, 13:05 Uhr

 

Hier werden alle betrogen, die Palastbefürworter, denn man versprochen hatte, es wird das alte Schloss gebaut und die Schlossbefürworter denn man ebenfalls versprochen hatte, es wird ein Schloß gebaut. Es wird aber kein Schloß gebaut und ohne Schloß wird es auch keine Spenden geben. In Dresden wurde die Frauenkirche versprochen und es wurde die Frauenkirche wieder errichtet. In Berlin wird ein altes Stadtschloß versprochen und ein Lug und Trug Gebilde erbaut. Erst gab es ein Luftschloss, dem Luftschloss folg Lug und Trug. Ich fordere alle Medien auf, sich nicht mehr an der Lüge des Bau eines Stadtschloss zu beteiligen. Nennt meinetwegen das Gebilde Humboltforum. Ich kann euch schon heute den Spitzname von die Gebilde nennen Humbug.

Verfasst von: Schloßbefürworter | 01.12.08, 16:02 Uhr

 

Hier wird noch eine Meldung der Nachrichtenagentur dpa von heute (1.12.) nachgereicht:

Der Wiederaufbau des Stadtschlosses stößt bei der Mehrheit der Ostdeutschen auf Ablehnung. Nach einer am Montag veröffentlichten repräsentativen Umfrage des Institutes für Marktforschung Leipzig sind 68 Prozent der Menschen in den neuen Ländern gegen den Wiederaufbau und halten das Vorhaben für eine Verschwendung von Steuergeldern. 29 Prozent sind für den Wiederaufbau. In Berlin sind 61 Prozent gegen und 35 Prozent für den Neubau.

Verfasst von: Abini Zöllner | 01.12.08, 17:10 Uhr

 

Aber warum soll sich nicht unsere Kanzlerin nicht ihren Traum von einem Schloß erfüllen - schließlich hat sich doch bisher jeder Kanzler verewigt. Das Geld muß doch nur der Steuerzahler rausrücken. Die Kosten werden nach dem jetzigen Stand schon eine Milliarde erreichen; wobei es <ja egal ist, ob Herr Boddien das Geld für die Fassade auftreibt oder nicht. Sollte das Schloß doch gebaut werden, kann der Architekt auch die bestätigte Fassade verlangen - ihn interessiert die Fassade nicht.
Außerdem hat noch niemand darüber gesprochen, welche Mieten und Nutzungsentgelte dann duch die Museen u.dgl. gezahlt werden müssen-woher soll dann wieder dieses Geld kommen?
Da Berlin sowieso kein Geld hat, sollte es sich aus diesem Faß ohne Boden heraushalten.
Am besten, einen schönen freien Platz lassen und das Geld sinnvoller einsetzen.

Verfasst von: Helmutli | 01.12.08, 20:41 Uhr

 

Wenn man meinte, ab 2015 ein Schloss bringt Geld in die Kasse rein, soll darüber nachdenken, welches Königtum das Haus besitzt, und was sie wirklich mit dem Geld ausgäbe. Ich weiss schon wo es herkommt, wenn sie es brauchen, und zwar nicht aus der eigenen Tasche.

Die Finanzierung ist zu simpel dargestellt gewesen, jedoch ist gar nicht so einfach.

Verfasst von: davidly | 02.12.08, 16:14 Uhr

 

Ganz nüchtern betrachtet:

Der PdR war nach 1990 in erster Linie ein nutzloses Gebäude. Kaum einer weiß, dass sich dieses Gebäude einfach wirtschaftlich gesehen unrentabel war. Alleine die Kosten für Wartung und Erhaltung des Gebäudes waren unverhältnismäßig. Von den Betriebskosten und den Kosten, die auch bei Nutzung notwendigen Modernisierung sowie Asbest-Sanierung entstanden wären, mal ganz zu schweigen. Kein Konzept hätte rentabel arbeiten können, es wäre also immer Zuschüsse notwendig gewesen. Ernsthafte Konzepte gab es nach 1990 seltsamerweise auch gar nicht.

Auch baulich fügte sich dieses Gebäude nicht in die vorhandene Architektur ein. Er wirkte stets wie ein Fremdkörper. Dies umso mehr, als das DDR - Außenministerium abgerissen wurde, an das sich heute schon keiner mehr erinnert. Die Wahrscheinlichkeit, dass der PdR in Vergessenheit gerät, ist größer als manche wahrhaben wollen. Das Vergessen hat schon begonnen, anderes beim Schloss.

Aber wird wirklich ein Schloss gebaut, wie einige politisch motivierter Krawallmacher glaubhaft machen wollen? Soll wirklich ein Feudalhaus entstehen?

Die Antwort ist nein. Der ein Schloss oder besser gesagt das Berliner Stadtschloss wird nicht gebaut. Es wird ein Gebäude gebaut, welches nur die Fassade und Maße des ehemaligen Stadtschlosses hat. Und das auch nicht konsequent. Es entsteht ein neues Haus nach heutigen Ansprüchen, welches sich harmonisch in die vorhandene Bebauung einfügt. Auch wenn es einigen nicht in die Argumentation passt, weil sie lieber stänkern. An dieser Tatsache ändert sich nichts.

Die Nutzung wird vielfältig sein und steht, im Gegensatz zur Aussage des Artikels, überhaupt nicht fest. Die Nutzung wird noch entwickelt. Immer daran denken, man kann erst das Fell eines Bären verteilen, wenn man einen Bären erlegt hat. Altes Sprichwort.

Jeder der gegen das neue Haus mit der Schlossfassade ist, sollte mal durch Berlin fahren. Es gibt viele Gebäude die aufgrund der Kriegszerstörung oder anderer Zerstörung nur noch Fassaden bzw. Kopien sind: Deutscher Dom, Französischer Dom, Berlin Dom, Reichstag, Schauspielhaus, Deutsche Staatsoper, Humboldt Universität, Juristische Fakultät der HU ….. Aber das betrifft nicht nur Berlin. In ganz Deutschland findet man diese Wiederaufbauten. Man findet sie auch in London oder in Monte Cassino.

Gewisse Bauten zählen zu unserer Kultur und unserer Geschichte. Das Schloss zählte zu Berlin und war Berliner Geschichte. Diese Geschichte bekommt ein neues Kapitel. Der PdR hatte keinen Platz in der Geschichte. Und die Geschichte wird mir Recht geben.

Übrigens wer moderne Architektur verlangt, bekommt diese am Potsdamer Platz. Gratis!

Und das ICC wurde nur noch nicht abgerissen, weil es am A***** der Welt liegt und sich kein Investor dafür findet.

Verfasst von: Berlina | 02.12.08, 18:09 Uhr

 

Potsdamer Platz ist nicht gratis gewesen, wird auch nicht. Weder die "öffentlich-private Partnerschaft" am Platz 2, noch was sich da grad errichten lässt ist ohne Geld von Steuerzahler.

Dass die Schossschwärmer "nur die Fassade" kriegen passt irgendwie.

Verfasst von: davidly | 03.12.08, 01:16 Uhr

 

Berlins Mitte bekommt wieder ihr Gesicht,Jahrzehnte nach der befohlenen Sprengung durch die SED.Nach dem Kommandtenhaus ersteht das prägende Gebäude wieder.Es wurde viel zulange diskutiert und gezangt typisch für Deutschland und sein gestörtes Verhältnis zur eigenen Geschichte.Das es aber auch anders geht beweißt die Dresdener Frauenkirchen.-Die schönen Dahlemer Museen kommen ins Blickfeld zur Museumsinsel.Berlin wird aufgewertet und es entsteht ein neuer Touristenmagnet.Allen ewig Gestriegen als Trost Tempelhof wurde ja auch geschlossen.

Verfasst von: Achim | 03.12.08, 08:59 Uhr

 

Die Berliner Zeitung bringt es kommentarlos fertig, in der Ausgabe vom 02.12. auf dem Titel den geplanten Bau des Stadtschlosses zu bejubeln, um dann im Berlinteil die Finanzmisere an Schulen und Bildungseinrichtungen darzulegen. Die für das Schloss geplante Summe von 552 Millionen Euro ist, wie in Fällen politisch gewollter Prestigeobjekte üblich, lediglich eine vage Hausnummer - die Kosten werden, darauf darf man sich jetzt schon einstellen, die Milliardengrenze spielend knacken. Und in den Berliner Schulen fällt der Putz von den Wänden, gibt es kein Geld für Möbiliar etc... Es ist das Allerletzte. Und dieselben Leute, die im Falle des Stadtschlosses von einer ominösen "Rekonstruierung" der historischen Mitte faseln, lassen es sich widerspruchslos gefallen, dass einen halben Kilometer weiter, am Alexanderplatz, die Stadt auf immer durch provozierende Konsumbunker wie das Alexa verschandelt wird. Zur wackeligen Finanzierung der Schlossfassade noch einen Tip: warum nicht Disneyland als Sponsor gewinnen?

Verfasst von: Reinhard Hennig | 03.12.08, 11:05 Uhr

 

Man betrachte nur, wer derartige Umfragen in Auftrage gab, die *hust* Super Illu *LOL*. Sagt das nicht Alles ??? Armes (ost)Deutschland. Gute Nacht. Ab ins Bett und Berliner Kurier lesen.

Verfasst von: Franziska von Witt | 03.12.08, 19:41 Uhr

 

Lieber Herr Hennig,

Sie können sich sicher sein, dass sich die Schloss-Freunde sehr über die plumpe Architektur des "Alexa" ärgern. Es geht uns nämlich nicht nur um das Schloss, sondern insgesamt um die geschundene Berliner Mitte. Dazu gehört auch die Hoffnung in das Planwerk Innenstadt, das jüngsten Berichten zufolge leider in Gefahr gerät. Und den Finanzierungsnörglern sei gesagt, dass man ja auch mal versuchen könnte, das Humboldtforum als positiv Investition in Berlins Zukunft zu begreifen.

Verfasst von: Timur | 03.12.08, 23:40 Uhr

 

Sehr geehrte(r) Herr/Frau Timur,

ich weiss nicht genau, wen Sie meinen, wenn Sie von "wir" reden: klingt irgendwie unheimlich. Es müssen wohl die sein, die die Macht über die Meinung in ihren Händen halten...
Dass das Schloss als positive Investition in die Zukunft gedacht ist, glaube ich Ihnen. Jedes halbwegs sinnvolle Bauvorhaben an dieser exponierten Stelle wäre das oder sollte es jedenfalls sein. Das geplante Stadtschloss jedoch wird den Geruch der zwanghaften Rekonstruktion einer nebulösen, offenbar von vielen zur "guten alte Zeit" verklärten Epoche niemals los werden. Und mal ehrlich: Wollen Sie diesen Klotz dem sehnlichst erwarteteten Touristenstrom allen Ernstes als städtebauliches und architektonisches Highlight verkaufen? Das ist doch albern! Jeder Hinterhof- Architekt hätte, frei von nostalgiebeladenen Vorgaben, aus dieser Fläche mehr gemacht. So bleibt die Realisierung des Stadtschlosses, und man drehe und wende es, wie man will, nur der rührend anmutende Versuch, sich durch die Hinwendung zum Alten zu drücken vor der Auseinandersetzung mit dem Neuen. Das Stadtschloss ist eine Melange aus kaputter Nostalgie, Denkfaulheit und Traufhöhenparanoia, gewürzt mit einem satten Schuss Revanchismus.

Verfasst von: Reinhard Hennig | 04.12.08, 00:49 Uhr

 

Hallo Herr Hennig,

mit "wir" meine ich ganz einfach Leute wie mich, die sich über den Wiederaufbau des Schlosses freuen (auch wenn mir natürlich eine komplette Rekonstruktion wie bei der Fauenkirche lieber gewesen wäre).
Selbstverständlich werden die wiederhergestellten Fassaden Schlüters und Eosanders Fassaden architektonische Höhepunkte ersten Ranges. Beschäftigen Sie sich doch mal mit ihnen. Da ich die "Macht der Meinung" zum Glück nicht in den Händen halte, hoffe ich einfach nur mal, dass sie sich dann ein etwas differenzierteres Bild vom Schloss und den Verfechtern des Wiederaufbaus machen.

Mit Revanchismus hat der Wiederaufbau jedenfalls nichts zu tun und ich bin schon froh im 21.Jahrhundert zuleben ("gute alte Zeit"). Sie sollten den Schlossbefürwortern etwas mehr zutrauen...

Verfasst von: Timur | 04.12.08, 08:33 Uhr

 

Hatte wieder einen technischen Fehler. Erscheint bestimmt wieder alles dopelt.

Hallo Herr Hennig,

mit "wir" meine ich ganz einfach Leute wie mich, die sich über den Wiederaufbau des Schlosses freuen (auch wenn mir natürlich eine komplette Rekonstruktion wie bei der Fauenkirche lieber gewesen wäre).
Selbstverständlich werden die wiederhergestellten Fassaden Schlüters und Eosanders Fassaden architektonische Höhepunkte ersten Ranges. Beschäftigen Sie sich doch mal mit ihnen. Da ich die "Macht der Meinung" zum Glück nicht in den Händen halte, hoffe ich einfach nur mal, dass sie sich dann ein etwas differenzierteres Bild vom Schloss und den Verfechtern des Wiederaufbaus machen.

Mit Revanchismus hat der Wiederaufbau jedenfalls nichts zu tun und ich bin schon froh im 21.Jahrhundert zuleben ("gute alte Zeit"). Sie sollten den Schlossbefürwortern etwas mehr zutrauen...

Verfasst von: Timur | 04.12.08, 08:39 Uhr

 

Der Palast der Republik hätte erhalten werden sollen als ein Stück Geschichte der DDR Kultur.Aber ist das vielleicht nicht nur eine späte Rache der Hohenzollern weil die DDR das Stadtschloss seiner Zeit abreißen ließ ???
Eine Sanierung wär vielleicht gar billiger gewesen als der Abriss.
Das Stadtschloss wieder zu errichten in Zeiten wo allen öffentlichen und sozialen Einrichtungen das Budget zusammengestrichen wird ist ein Schlag gegen die Allgemeinheit und man weiß doch bei Bauvorhaben übersteigen die tatsächlichen die geplanten Kosten bald bei Weitem . Und wer soll wieder dafür grade stehen ???
Der Steuerzahler wie bei der Kriese der LBB damals als alle Verantwortlichen nicht zu Verantwortung gezogen wurden
oder aber es entsteht wieder eine halbfertige Bauruine wie an der Lansberger Allee

Verfasst von: Jochen | 04.12.08, 12:22 Uhr

 

Nein Ich bin kein Anhänger Von Erich und seiner Ideologie ich finde wer aus der Geschichte nichts lernt ist verdammt sie zu wiederholen der Palast hätte ausgebaut werden können für Kunst oder öffentliche Projekte und nicht als Mahnmal der SED DIKTATUR aber er war nun mal auch ein Stück Geschichte

Verfasst von: Jochen | 04.12.08, 12:33 Uhr

 

Weder bin ich Berliner noch rückwärtsgewandter Preuße sondern Hessen-Darmstädter und dennoch seit der ersten Idee gleich nach der Wende Feuer und Flamme für dieses Projekt. Warum? Ich kenne Berlin noch aus tristen Mauerzeiten, kenne auch den Palast d. Rep. von innen, erinnere mich an das trostlose Aussehen des historischen Stadtkerns in Ostberlin. Die Freude über die Wiedervereinigung, die Freude, daß unsere Hauptstadt nun endlich zusammenwachsen könne(für mich war in den Jahren der Teilung Berlin immer und selbstverständlich die Hauptstadt und nicht das Provisorium Bonn), diese Freude findet ihren sichtbaren Ausdruck im Wiederauferstehen der großartigen Bauwerke in der Mitte Berlins. Und das Schloß ist für mich nun einmal das prachtvollste Gebäude, auch wenn es innen ein modernes Museum wird.
Seit über 15 Jahren spende und sammele ich. Ganze Schulklassen samt ihrer Eltern (wohlgemerkt in Hessen) konnte ich schon überzeugen. Es geht nicht um Berlin allein oder um die Berliner, es ist unser aller Hauptstadt, und ihrer wollen wir uns nicht schämen sondern stolz darauf sein. Mit dem Schloß hat die Stadt wieder ihr historisches Herzstück zurück. Es wird eine Freude sein, von den Linden kommend diesen herrlichen Anblick zu haben. Wir haben dann wieder eine Hauptstadt, die man vorzeigen kann.

 

Verfasst von: Langenberg | 04.12.08, 18:30 Uhr

 

Es ist nun schon bei weitem
alles gesagt und geschieben worden was es so gibt.meine Meinung ist, hoffendlich wird
das jetzige Modell in die Tat umgesetzt werden. Als Berliner,
sage ich für Berlin wird das Schloß eine weitere Bereicherung für die Hauptstadt aller Deutschen
sein.
MfG. H.K.

Verfasst von: Heinz Krieg | 06.12.08, 18:28 Uhr

 

Der Wiederaufbau des Schlosses
hat nichts mit Rückwärtsgewandheit oder
anderem ideologischen Quark zu tun, sondern etwas mit bewusstem Umgang mit Historie und einer Ästhetik, die sich endlich von der Umklammerung der Dogmen der Moderne lösen muss - besonders in der Architektur, wenn unsere Städte nicht noch mehr anonymisiert und durch verglaste Langeweile verunstaltet werden sollen.

Was bedeutet denn schon zeitgemäß und modern zu sein? Doch nur, dass eine Mehrheit von Trotteln in einer bestimmten Sache zu einer bestimmten Zeit übereinstimmt.

Verfasst von: Anonym | 07.12.08, 21:26 Uhr

 

Eine riesengroße Pickelhaube anstelle des Fernsehturms wäre auch eine prachtvolle Darbietung. Rein Plusquamperfekt!

Verfasst von: davidly | 08.12.08, 12:47 Uhr

 

Ist ja toll:
bei uns reicht noch nicht mal das Geld zum Beseitigen aller Schlaglöcher,
zum Sanieren von maroden Schulen, zur Unterstützung von Kinder- und
Jugendeinrichtungen. Aber dann soll Geld da sein, um eine alberne
"Schloss"-Attrappe zu errichten, in die ein Museum ziehen soll, was unter
Publikumsdesinteresse leidet??
Das ist ja ein Stück aus dem Tollhaus.
Dass sich die Befürworter dieses Nicht-Schlosses das auch noch schön
reden können wie solchen Sprüchen wie "das Herz von Berlin kommt zurück",
zeigt doch nur, auf welch flach-kulturellem Niveau sich die Verfechter und
Vorvorvor-Gestrigen (wilhelminische Kaiserzeit) bewegen.

Aber glücklicherweise wackelt die Finanzierung des Hauptbestandteils dieses
Pseudo-Schlosses kräftig, nämlich die Fassade.

Aber in einer Hinsicht wird das Attrappen-Forum sicher in die Berliner
Baugeschichte eingehen: als das teuerste Gebäude (> 1000 Millionen Euro),
wo während Planung und Bau die eigentliche Nutzung unklar und unsicher
war und die Beteiligten ständig versicherten, dass ihnen bestimmt
noch etwas Gutes einfallen wird zur späteren Nutzung.

Vielleicht sollte man den Befürwortern des "Herzens" noch eine Chance
einräumen: 10 Jahre Zeit, um privates Geld zu sammeln für eine vollständige
Rekonstruktion des richtigen Schlosses und natürlich Zahlung des laufenden
Unterhalts durch den "Stadtschloss e.V.". Die 1, 2, 3 oder 4 Milliarden Euro
durch Spenden sollte doch kein Problem sein für die, die so unter der
"blutenden Wunde" leiden.
Aber beim eigenen Geld hört dann doch für die Verfechter der Schloss-Spaß
ganz schnell wieder auf.

Also 10 Jahre eine schmucke Grünfläche und dann vielleicht etwas Richtiges,
was auch wirklich gebraucht wird. Und nicht diesen Pseudo-Schloss-Klotz,
für den man sich bei intelligenten Berlin-Besuchern schämen müsste!
(Für die anderen gibt es ja noch die Freizeitparks.)

Verfasst von: Mike | 09.12.08, 13:00 Uhr

 

Natürlich wird das Schloß gebaut.
Warum denn auch nicht? Jeder will es. Die paar Uneinsichtigen, die es nicht wollen, wissen selbst nicht warum. Vielleicht fehlt es Ihnen an Bildung?
Gut, daß der sog. Palast weg ist, das Drecksding ohne Bedeutung.

Verfasst von: Kurt Klotz Klapper | 09.12.08, 21:47 Uhr

 

Das ganze Vorhaben ist reiner Größenwahn und zudem einzig politisch nachbereiteter Kalter Krieg (viele der hier lesbaren Kommentare belegen das ja). Weder ein "Original"-Schloss mit seinen 1200 Räumen als auch die jetzt entschiedene Version sind für zukünftige Nutzung wirklich brauchbar. Die höchstwahrscheinlich benötigte Milliarde Euro hat niemand (es sei denn, eine große Bank fände ihren Platz darin ...). Und nur zum Zweck, Touristen ein bestaunenswertes Prachtgebäude zu bieten, ist das Projekt schlicht unfassbarer Luxus, der von der Mehrheit der Bürger abgelehnt wird. Ich war früher oft im PdR, der sich großen Zuspruchs erfreute; die darin steckende halbe Milliarde DDR-Mark hatten schließlich die DDR-Bürger aufgebracht. Über äußere Attraktivität lässt sich immer streiten. Wieso wird eigentlich nicht der hässliche Fernsehturm - "Ulbrichts Terrorsymbol" - abgerissen? (Achtung: Ironie)
Jedenfalls sehe ich das sog. Schloss dort noch lange nicht, und eine spätere Generation trifft evtl. eine weisere Entscheidung.

Verfasst von: Kolkrabe | 10.12.08, 18:51 Uhr

 

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich hoffe als Mutter von drei Kindern, die diesen Kinderbauernhof seit ihrer Geburt regelmäßig nutzen, dass eine nachhaltige Lösung für dieses bekannte Projekt erzielt wird. Ich bitte auch Sie herzlich um Ihre Mithilfe, um dies zu erreichen. Eine Petition zum Thema habe ich bereits auf den Weg gebracht.

Was mich sehr enttäuscht, ist zunächst eine Zusage des Staatssekretärs der Senatsverwaltung für Finanzen, Klaus Teichert, die von Herrn Köhne mit öffentlich wirksamer Pressemitteilung:

http://www.berlin.de/ba-pankow/presse/archiv/20081204.1310.115939.html verbreitet, dass der Erhalt „Pankower Projekte“ für 2009 gesichert sei, dann aber während der BVV von Herrn Köhne auf sechs Monate relativiert wird. Ich wünsche mir, dass das Personal für die Kinder da ist und nicht ständig darum bemüht sein muss, die Sicherung des Projekts zu erzielen, das behindert gute pädagogisch wichtige Arbeit mit Kindern und Jugendlichen.

Mit sehr freundlichen Grüßen
Wendula Strube
Annett Rose
über SPIELRAUM Pankow e.V.

Der OFFENE BRIEF an den Bürgermeister von Berlin-Pankow unter: www.kinderbauermhof-pinke-panke.de öffentlich.

Verfasst von: Wunderbarchen | 14.12.08, 12:01 Uhr

 

Ach ja, baue, baue. Mal davon abgesehen, dass die geplante Ostfassade sich sehr schön in die Langeweile mit Säulengang einordnet, die jeden zweiten Neubau in der Friedrichstadt nach 1990 schmückt und damit die Bräsigkeit der Neuberliner Zentrums-Architektur endlich ihr würdiges Denkmal erhält, bin ich ja so froh über die momentane Leere auf dem Platz, dass ich mir jedes Mal wünsche, es schnappten sich ein paar Beherzte die gerade da herumstehende Abräumausrüstung und machten sich auf der anderen Straßenseite gleich noch an den Berliner Dom. Das wäre mal ein großer Wurf! Heidewitzka!

Verfasst von: mr archer | 17.12.08, 14:23 Uhr

 

Zitat von 'Raus aus dem Palast, rein ins Schloss':
Niemand wollte, will und würde in Zukunft den Anblick des "Palastes" ertragen wollen. Der Name allein gibt Anlass genug, sich darüber zu wundern, wie größenwahnsinnig der einstige Besetzer dieses selbsternannten Palastes war.
Ich setz' da mal einfach im Kontext des Verfassers fort:
Wer will schon in Zukunft den Anblick des "Stadtschloss"(es) ertragen wollen.
Der Name allein gibt Anlass genug, darüber nachzudenken, wie größenwahnsinnig der einstige Besitzer dieses "Palastes" war.
Frage: Was steht einer Demokratie wohl besser zu Gesicht, sich an den Prunkbau eines Monarchen in Form eines Nachbaus aus Steuergeldern zu erinnern oder an einen architektonisch möglicherweise umstrittenen aber doch unbestritten von der Bevölkerung genutzten Treffpunkt für Unterhaltung, Gastlichkeit und Lustbarkeit.

Ja sicher, die ehemals nicht frei gewählte Volkskammer tagte dort, aber eben auch die letzte freigewählte - das war die, die den Beitritt der DDR zur Bundesrepublik beschloss.
Ach ja, und dann gab es da auch noch die Parteitage der SED und manch andere Jubelveranstaltung. So mich nicht alles täuscht, wollte Kaiser Wilhelm der II. am 31.07 und 01.08.1914 vom Schloßbalkon aus das deutsche Volk zum Krieg begeistern. An all das wäre zu erinnern und was wäre dann wohl gewichtiger... Ich wage da kein Urteil.
Aber angesichts dessen sollten wohl finanzielle Fakten in der Diskussion stärker im Vordergrund stehen. Interessant ist da schon: Was haben Asbestsanierung und Abriss, was hätte der laufende Unterhalt des PdR gekostet? Was kosten der Bau und der Unterhalt des Humboldt-Forums? Wäre eine funktionale Integration des PdR (bei Neugestaltung der Ost-Fassade) möglich gewesen und mit welchem Aufwand? Usw. usw.
Das alles mal frei von ideologischem und politischem Ballast durchgerechnet, gegenübergestellt und diskutiert wäre einer Demokratie würdig gewesen.

Verfasst von: P.Gerold | 08.01.09, 14:57 Uhr

 

Mir ist nicht verständlich, daß es wirklich Leute gibt, die vom "Wiederaufbau des Stadtschlosses" reden/schreiben. Da kann man nur zitieren: Nur wenige Leute reden mit vollem Mund, um so mehr Leute reden aber mit leerem Kopf!
Das Stadtschloß wird doch garnicht wiederaufgebaut!
Es soll doch etwas ganz Anderes gebaut werden.

Verfasst von: Anonymous | 22.01.09, 07:55 Uhr

 

Für mich war eigentlich von Anfang an klar, das es beim Abriss des Palastes der Republik genau um den gleichen Grund geht, den man selbst dem SED-Regime um Walter Ulbricht anlastet. Weil halt nicht sein kann was nicht sein darf. Wo kämen wir da hin, wenn mitten im Zentrum der Hauptstadt Deutschlands ein Gebäude aus DDR-Zeiten steht. Meiner Meinung diente das Stadtschloss von Anfang an lediglich als Vorwand den Palast plattmachen zu können.

Verfasst von: aLuckyGuy | 11.01.10, 10:18 Uhr

 

Man lernt immer wieder was dazu!

Verfasst von: Glatz | 28.04.10, 00:09 Uhr