Eine Weihnachtsgans geht beim Überfall verloren. Der Finder führt das Tier seiner eigentlichen Bestimmung zu - und brät es. Doch Sherlock Holmes spürt erst das wahre Glück, als sich herausstellt, dass die Gans eine Ermittlung wert ist...

Weihnachtsdetektive

Zwei Morde, ein Selbstmord und diverse Raubüberfälle - das ist ganz nach seinem Geschmack. Weihnachten ist gerettet. "Der blaue Karfunkel" bereitet eine labyrinthische Spur, die der Meisterdetektiv nur zu gern verfolgt. Am Ende überführt er - gewohnt furios, aber ungewohnt milde (Weihnachten!) - den Täter.

Dann fordern "Die Sternschnuppen" Pater Brown heraus. Er ist bereit, durchschaut einen raffinierten Dieb, appelliert an dessen Gewissen - und zollt ihm dabei aufrichtig seine Hochachtung vor der vollbrachten Meisterleistung. Jochen Striebeck vermittelt die Atmosphäre des englischen Bürgertums so behaglich und liest die beiden Räubergeschichten so zutraulich - man möchte ihm auf der Stelle sein ganzes Hab und Gut anvertrauen.

Tommi Piper indes interpretiert die dritte Erzählung, "Der Mann mit dem Sack" weniger eloquent, dafür reichlich überambitioniert. Dabei ergibt sich jenes Spitzzüngige der vornehmen Kreise längst aus den klugen Texten. Und eben weil gegen analytisches Denken nichts einzuwenden ist, erfüllen diese drei intelligenten Ermittlungen voller Ironie und Eleganz letztlich gleichwohl ihren meisterhaften Anspruch.
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Doyle, Chesterton und Allingham:
Weihnachtsdetektive
Jochen Striebeck liest A. C. Doyle und G. K. Chesterton,
Tommi Piper liest Margery Allingham.
Diogenes, Zürich 2008, 2 CDs, 148 Min., 19,90 Euro.