Zwei Gefangene nehmen sich die Freiheit - sie büxen aus. Es ist Weihnachten, das liebliche Ereignis wird gerade von Glöckchen verkündet. Auf die Herren warten draußen ausgerenkte Schultern und unvergessliche Schläge. Was für ein Spaß!

 

Das Wunder von Striegeldorf

Doch diese Freude beendet der Aufseher Baginski. So überraschend, dass nicht nur die Ausbrecher verblüfft sind, sondern auch die Hörer.
Das ist "Das Wunder von Striegeldorf". Eine der drei leisen Geschichten, die Siegfried Lenz selbst vorträgt. Sie erzählen über Flucht, Krieg und Gefängnis. Sie sind ironisch, makaber, traditionell, aber voller Güte und fröhlicher Verwarnungen - wie Weihnachten eben. Nur, dass das Fest nicht nach 37 Minuten vorbei ist - wie diese CD.
Da wird zum Fest "Wärme erbeutet" und es raschelt, leider nicht vom Kamin. Die Tonaufnahme ist nicht sauber. So wirkt die CD nur wie eine lieblose Wiederauflage von 1998. Der Dienst an der Freude erschöpfte ganz offenbar den Verlag.
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Das Wunder von Striegeldorf

Siegfried Lenz. Autorenlesung.
Hoffmann und Campe, Hamburg 2009.
1 CD, 37 Minuten, 12,99 Euro.