Die Faszination des griechischen Denkens hält bis heute an. Schon Sokrates erstaunte vor etwa 2400 Jahren mit seinem konsequenten Denken. Wie er Religion und Sprache auf den Prüfstand stellte! Und erst recht die Menschen!

 

Arnulf Zitelmann:
Der schlaue Aristoteles
Sprecher: Martin Falk,
Wissenschaftliche Buchgesellschaft;
Darmstadt 2011.
69 Minuten, 12,90 Euro.

Seine Aufklärung und Lebensweisheit imponiert als Ursprung der Philosophie noch in der Gegenwart. Jedoch: Während damals die Griechen versuchten, die Welt zu verstehen, versucht heute die Welt, Griechenland zu verstehen. Alles ist eben relativ.

Sokrates, ein Erfinder der Philosophie, hat sich in seiner Jugend mannhaft in Feldzügen bewiesen. Doch seine liebsten Gefechte führte er in zugespitzten Dialogen. Er kultivierte es, Meinungen im Rededuell aufeinanderprallen zu lassen. Das geriet mitunter zu wahren Verhören. Wenn er erkannte: Ich weiß, dass ich nichts weiß - meinte er auch seine Kontrahenten. Er konnte seine Gegner tüchtig nerven. Nichts nahm er hin, alles musste genau hinterfragt werden. Am Ende forderte er durch den Umgang mit den Geschworenen sogar sein Todesurteil heraus.

An der logischen Kompetenz des Atheners gab es jedoch keinen Zweifel. Niemand ist weiser als Sokrates, verhieß das Orakel von Delphi. "Der schlaue Sokrates" heißt daher das Hörbuch des Auditorium Maximum Junior. Hier wird Philosophie schon Kindern ab zehn empfohlen. Die Denkabenteuer aber eignen sich für Menschen jeden Alters: Für Einsteiger, die in der Lage sind, aus dem geläufigen Denken auszusteigen. Und für Griechen oder Nicht-Griechen, die Vorurteilen auf den Grund gehen.