Staunen ist das erste Gebot der Philosophie.

 

Arnulf Zitelmann
Der schlaue Sokrates
Sprecher: Martin Falk,
Wissenschaftliche Buchgesellschaft,
Darmstadt 2010,
1 CD, 75 Minuten, 12,90 Euro.

Eine weitere Zeitreise der vierteiligen Philosophen-Hörreihe führt (neben dem schlau-en "Sokrates", "Platon" und "Diogenes") auch in die Welt des "schlauen Aristoteles". Wieder werden Theorien im Lichte neuer Erkenntnisse umgebaut. Nun geht es darum, in richtiger Weise zu zweifeln.
Die Menschen lieben die Wahrheit. Aristoteles liebte das Wissen. Er verehrte seinen Lehrer Platon, jenen Gedankenriesen, der 367 v. Chr. an der Akademie in Athen lehrte. Aber er entfernte sich später respektvoll von ihm. Als Platon starb, eignete sich Aristoteles nicht als bloßer Nachlassverwalter. Längst war er sein eigenes Denklabor.

Aristoteles - nach dem heute in Thessaloniki die größte Universität Griechenlands benannt worden ist - plädierte unter anderem für maßvolles Wirtschaften: Geld solle nur Mittel, nicht Zweck des Handelns sein. Das Anhäufen von Geld sei unvernünftig, der Zins etwas Unnatürliches. Er arbeitete nicht spekulativ, sondern empirisch. Er war sozusagen bodenständig und übersetzte seine klugen Gedanken - damit jeder, der Wissen aufrichtig suchte, Wissen vermittelt bekam. Genau in dem Sinne hat auch der Religionslehrer Arnulf Zitelmann diese aufschlussreiche Tetralogie verfasst.

Wer sein eigenes Tun im Denken reflektieren will, ist bei Aristoteles richtig. Denn Philosophie ist das zweckfreie Spiel des Geistes mit sich selbst. Da kann man staunen, was man über sich erfährt. Und was es alles gibt, was man nicht braucht.