Es ist ziemlich wahrscheinlich, dass jeder mal nachts abstürzt – egal wie.
Dass daraus ein netter Kontakt mit der Telekom entsteht, ist aber ziemlich unwahrscheinlich.
Und doch …

Nachts in den Unweiten der Telekom-Galaxie. Foto: dpa

Nachts in den Unweiten der Telekom-Galaxie.

Ein Autofahrer wird bei einer Alkoholkontrolle festgenommen. Er streitet jeglichen Alkoholkonsum ab und bittet noch die Polizisten um ein Telefon: „Ich möchte meine Frau austrinken.“ Der Mann meinte natürlich „anrufen“. Dann stürzt er ab  – auf seine Art.
Es ist Mitternacht, als im Fernsehen jene amüsante Polizeidoku läuft. Ich finde sie fabelhaft. Doch plötzlich geht nix mehr. Ich bleibe ganz ruhig, wahrscheinlich ist wieder mal unser Mediareceiver abgestürzt – auf Telekom-Art. Ich muss ihn einfach nur neu starten.
Dreimal hoch fahren und – nichts.
Dann ist es eben der Router. Einmal rebooten und – nichts.
Um 0.30 Uhr rufe ich die Hotline der Telekom an. Ich weiß ja aus mehrjähriger Erfahrung, dass da nachts noch Techniker sind. Meine „voraussichtliche Wartezeit beträgt mehr als 30 Minuten“. Eine Stunde später, um 1.30 Uhr, komme ich tatsächlich ran. Es stellt sich heraus, dass unser Speedport den ganz großen Absturz hatte.
Ein Mitarbeiter aus dem Callcenter rät am nächsten Abend zu einem neuen Gerät und einer Vertragsumstellung. Doch der alte Vertrag lässt sich einfach nicht stornieren. „Technische Probleme.“ Mein Telekom-Frustpegel steigt.
Da passiert das Unglaubliche: Herr A. von der Telekom entschuldigt sich und verspricht, mich nun täglich über den Stand der Dinge zu informieren – bis die Stornierung akzeptiert und das neue Gerät da ist. Er ist wirklich freundlich und absolut zuverlässig.
Bei unseren täglichen Telefonaten kommen wir allmählich ins Gespräch: Herr A. renoviert (wenn er nicht im Kundenservice sitzt) gerade seine Wohnung. Er muss alle Tapeten ablösen – „Das hab’ ich völlig unterschätzt“ – und das Bad neu fliesen. „Oh“, sage ich, „das hatten wir auch gerade“. Ich warne ihn vor dem fiesen Feinstaub, der beim Fliesenabklopfen entsteht: „Der zieht durch alle Ritzen. Kleben Sie bloß die anderen Türen ab!“
Mein Mann sagt: „Tapeten? Feinstaub? Fliesen? Ich dachte, Du telefonierst mit der Telekom?“
Ich zucke mit den Schultern: „Na hab ich doch!“
Am sechsten Tag ruft mich Herr A. von der Telekom an und sagt, er rede mit mir bald öfter als mit seiner Familie. Und das Bad? Das sei jetzt endlich fertig, sagt er stolz. Und übrigens: „Die Stornierung hat heute endlich geklappt.“
„Ja“, sage ich, „der neue Speedport funktioniert auch tiptop“.
Damit ist der Auftrag erledigt. Irgendwie schade, finden wir.
Ach, der nächste Absturz kommt bestimmt.