Wenn ich nachts nicht schlafen kann, verstaue ich zuweilen meine Würde unter dem Bett und schalte mich ins Nacht-TV. Da erwartet mich alles: Krimi-Wiederholungen, Dokusoaps, Gerichts-Possen, Spät-Infotainment. Das ganze Programm radikaler Zumutungen. Ich liebe schlechtes Fernsehen!

Menschen werden schlank oder erzogen, haben zu viel Geld oder zu wenig, wollen irgendwo rausgeholt werden oder geraten in irgendwas rein. An dieser Stelle möchte ich klarstellen, dass ich die tabulosen Frauen natürlich überspringe.

Und zapp: Ein vermeintliches Opfer steht vor dem Polizisten und behauptet, nicht erschossen worden zu sein. Der Polizist glaubt, dass das Opfer lügt. Und zapp. Der Kakadu eines Tierliebhabers ist emotional gestört. Und zapp. Eine Band unterbietet einen schrottigen Song mit einem schrottigen Plagiat. Und zapp. Ein Politiker schwelgt in Kompetenzillusionen. Und zapp. Zwei Kreuzfahrttouris befürchten, dass sie den Landgang „zu Fuß“ machen sollen. Und zapp. Eine Frau hat den Hausarrest ihres Mannes akzeptiert und kann nun 480 Begriffe der irischen Küche auswendig. Und zapp. Ein Mann erwacht aus der Narkose und denkt, sein Schnauzbart sei ein Eichhörnchen. Und Gute Nacht!

Die 2 Stunden und 30 Minuten vergingen wie 2 Stunden und 25.