Jeder hat seine eigene Art, mit den Medien umzugehen.

Ich fühle mich mit der Zeitung, sehr wohl: Da steht alles schwarz auf weiß, und die Artikel wirken auf mich verbindlicher und nicht so flüchtig wie kleine Infos aus dem Netz. Aber ich blogge auch gern, weil da der Kontakt zu den Unsern direkter ist (wenn man gefunden wird). Ich nutze auch Twitter. Doch zu Facebook konnte ich mich noch nicht durchringen. Drollig, oder?

Meine persönliche Hemmschwelle ist irgendwie groß, mir ein Facebook-Account anzulegen. Obwohl viele Freunde und Bekannte darüber zu erreichen wären – und es auch für die tägliche Arbeit gewinnbringend sein soll. Aber Facebook schüchtert mich ein. Ich habe das Gefühl, meine Privatsphäre dann nicht mehr im Griff zu haben. Damit bin ich nicht allein, etwa 43 Prozent der Deutschen sind skeptisch.

Und wenn Facebook demnächst auf die Chronik (Timeline) umstellt, werden viele vergessene Fotos und Einträge wieder sichtbar. Auch Google bringt persönliche Daten, etwa von  Googlemail, YouTube, Google+ oder Calendar, seit Anfang März zusammen und verfasst daraus Persönlichkeitsprofile. Die gnadenlose Marktforschung wird’s freuen, erkenntnisfrohe Mitmenschen auch.
Und den User?

Man übernimmt viel Verantwortung, wenn man etwas über sich preisgibt.
Noch mehr Verantwortung übernimmt man, wenn man etwas über andere preisgibt.
Da ist es übrigens völlig egal, ob online oder nonline, Netz oder Zeitung:
Das alte Leben wird aus den Zusammenhängen gerissen, den Urknall seiner neuen Identität kann man dann nur noch erstaunt zur Kenntnis nehmen.